Ein Tonstudio mit Linux, dem JACK Audio Connection Kit und der Digital Audio Workstation Ardour

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Ich weiß nicht mehr genau wann ich das Vorhaben angegangen bin ein Linux basierendes Tonstudio zu konfigurieren – sind etliche Jahre her. Alle Tools gibt es auch schon eine ganze Weile. Ein Set hat sich – jedenfalls für mich – als genau passend herausgestellt. Als Basis dient hierbei eine Digital Audio Workstation – kurz DAW – Software Namens Ardour. Damals noch in der Version 2.x – wir sind mittlerweile bei der Version 4.x angelangt.

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Ardour in der Version 3.5.403~dfsg-3 unter Ubuntu Studio

Hardware für Harddisk Recording

Mit einer DAW ist Harddisk Recording mit geringen Kosten möglich. Dazu reicht grundsätzlich ein kleiner Core2Duo CPU bestückter Computer als Basis völlig aus – mehr ist aber auch nicht schädlich. Wichtig ist dazu eher die Linux Basis. Ich gehe hier von einer Ubuntu Studio Installation aus, die einen s.g. Realtime Kernel für eine geringe Latenz verwendt. Als Latenz bezeichnet man die Verzögerung (in Millisekunden, kurz ms), die entsteht, wenn ein gespielter Ton erst später – also nicht realtime – am Ohr des spielenden ankommt. Verursacht wird diese Verzögerung durch die Verarbeitung im Computer – weil Zeit (wenn auch nur geringfügig) benötigt wird um das Signal zu bearbeiten und es wieder an das Audio-Interface zurück zu schicken. Bei hoher Latenz ist es nicht mehr möglich Taktgenau auf ein Ereignis zu reagieren – der spielende befindet sich nicht mehr im Takt. Um das zu vermeiden ist der beschriebene Realtime Kernel notwendig und eine Software, die die Audiosignale verarbeitet. Dazu kommt ein Soundserver mit eben diesen niedrigen Latenzen zum Einsatz: Das JACK Audio Connection Kit zusammen mit Ardour.

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Die Kontrolleinheit des JACK Audio Connections Kits

Diese Probleme sind nicht von Bedeutung, wenn Sie alles nacheinander – als Overdubbing bekannt – einspielen. Die Technik bezeichnet man in der Tontechnik als eine Aufnahme, die zu einer schon bestehenden Aufnahme die im Playback wiedergegeben und aufgezeichnet wird.

Das Audiointerface

Ich habe dazu einen kleinen Mixer Namens “Alesis Multimix 4 USB” im Einsatz, der auch über ein Audiointerface (also eine externe, über USB angebundene zwei Kanal Soundkarte) in Form eines USB Anschlusses verfügt. Das Ganze hat den Vorteil, dass die Aufnahme Quelle unterschiedlich sein darf. Einmal ein Instrument, das andere Mal ein Drumcomputer oder was auch immer oder alles zusammen.

Die Interne Soundkarte ist aber wohl hier die Regel und für den Anfang völlig ausreichend. Die sind aber auch als Mehrkanal Karten erhältlich. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass man eine Karte erwischt, die diese Funktionalität auch für Linux anbietet, was schon schwieriger ist. Die Alternative dazu wäre, mehrere Soundkarten zu nutzen, die dann im System mittels JACK konfiguriert werden können.

Die JACK Konfiguration

Damit JACK konfiguriert werden kann, sollte qjackctl installiert sein. Das geschieht, sollte es nicht über die Linux Distribution schon geschehen sein, mittels des folgenden Befehls in einem DEBIAN oder Ubuntu basierenden System:

 sudo apt-get install jackd qjackctl

Nach der Installation ist das Programm über das Menü, unterhalb von Audio-Produktion, erreichbar, oder direkt mittels

qjackctl

zu starten. Der Dialog von oben “Die Kontrolleinheit des JACK Audio Connections Kits ” erscheint. Hier ist nun eine Sache vorweg zu überprüfen:

  • Wenn mehrere Soundkarten installiert sind, ist die richtige Soundkarte – im SYSTEM – für den entsprechenden Zweck ausgewählt worden, bzw. ist sie aktiv?

Das überprüft man am besten über den Pluseaudio Lautstärke Regler, den man unterhalb des Menüpunkts “Media Playback” findet.

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Hier wird die interne Soundkarte für das “Monitoring”, und das Externe Interface (der erwähnte Alesis Mixer) für den Eingang verwendet

Da ich mich zwischenzeitig für eine andere DAW (Bitwig) entschieden  habe, endet hier die nähere Betrachtung von Ardour.

3 Replies to “Ein Tonstudio mit Linux, dem JACK Audio Connection Kit und der Digital Audio Workstation Ardour”

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