Flüchtlinge so weit das Auge reicht …

stockxpertcom_id256710_size1Seit etwa vier Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Hunderttausende Syrer haben seit dem das Land verlassen oder verlassen müssen. Eine, wenn nicht die größte humanitäre Katastrophe der Nachkriegsgeschichte. Niemand wird unter diesen Gesichtspunkten ernsthaft annehmen wollen, dass diese Menschen Ihre Heimat freiwillig verlassen haben. Wenn es dort eine vertretbare Lebensbasis gäbe, wären Sie geblieben. Ich denke, soviel ist sicher. Sollte man meinen …

Leider sind die Gründe, warum Sie Ihre Heimat verlassen müssen in der gesamten Diskussion um die Flüchtlingsmassen offensichtlich nebensächlich und unwichtig und es wird vielfach von Rechts der Flüchtling als der typische Schmarotzer stigmatisiert. Zudem wird in wildem Aktionismus seitens des rechten Mobs und dem gleichfolgendem geistlosem Reaktionismus, bzw. dem ausbleiben überhaupt einer entsprechenden Reaktion der Politik dafür gesorgt, dass sich zu recht so mancher Flüchtling fragt, wo er denn hier gelandet sei. Wo er doch Syrien nach zig hundert Kilometern hinter sich lassen musste um zu überleben, gelangt er hier nun in eine Szenerie, die Ihn vermutlich an „zu Hause“ erinnert. Vertrieben oder Verfolgt – das ist beides kein Lebensziel. Europa verrammel sich und lässt den Geistlosen Irrwitz geradewegs in alle Köpfe schießen und zeigt ein Bild vom nur an sich selbst denkenden Europäer, der längst vergessen oder verdrängt hat, dass man selbst mal Flüchtling war – auf die eine oder andere Weise.

Seit Anfang 2011, als der s.g. Arabische Frühling auch Syrien erreichte, hoffe man auf mehr Demokratie. Tausende Menschen forderten die politische Freiheit und vor allen Dingen den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad. Das gelang nicht. Statt dessen herrscht dort heute Gewalt und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Sollte die Weltgemeinschaft nicht eher dafür sorgen, dass die Situation- insbesondere in Syrien – so weit gesichert wird, dass diese Menschen dort bleiben können, statt dass Sie Ihre Heimat verlassen müssen, weil es keine andere Alternative gibt? Eine einfache Frage mit – vermutlich – einer klaren Antwort, aber einer schwierigen, ja fast unmöglich scheinenden Umsetzung. Was Möglich ist, wie und mit wem, dass kann ich nicht beantworten. Aber es wäre angezeigt in den entsprechenden Kreisen darüber nachzudenken, bevor die Lage vor Ort in Europa eskaliert. Denn der Flüchtlingsstrom endet erst, wenn sicher ist, dass es ein Leben in der eigenen Heimat gibt. Bis dahin können wir nur dafür sorgen, dass der Rechte Mob nicht die Oberhand gewinnt und humanitäre Hilfe leisten so gut wir können – auch wenn „das andere“ Europa NEIN dazu sagt.

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